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Von Grenzstein zu Grenzstein

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Sinnberg Grundschule verlegt den Unterricht in die Natur

 
Einen Unterrichtstag der besonderen Art erlebten Schülerinnen und Schüler der Klasse 4a der Sinnberg Grundschule Bad Kissingen mit ihrer Lehrerin Frau Hable.
Am Viermärker, einem Grenzstein auf dem Sinnberg, der die Fluren von Bad Kissingen, Winkels, Hausen und Nüdlingen trennt, trafen sie sich mit den Feldgeschworenen, den sogenannten Siebenern, aus Hausen und Nüdlingen, um gemeinsam die Grenze zwischen Hausen und Nüdlingen abzuschreiten.
Stadtrat Otto Funck erläuterte, dass es nur diesen einen Punkt im ganzen Landkreis gäbe, an dem vier Fluren zusammenstießen.  Aufgabe der Siebener ist es, darauf zu achten, dass kein Grenzstein unberechtigt versetzt wird. Sie sind  für die korrekte Grenzziehung verantwortlich. Nach alter Tradition wurden einige Schüler am Viermärkerstein gestaucht, damit sie den Sitz des Grenzsteins für immer im Gedächtnis behielten.
 
 
Anschließend ging es bei strahlendem Sonnenschein querfeldein von Grenzstein zu Grenzstein in Richtung Hausen. Immer wo eine Grenze „bricht“, so heißt in der Feldgeschworenensprache das Abknicken der Grenze, wird ein Stein als Markierung gesetzt. Unterwegs wurden die Grenzsteine von überwucherndem Gestrüpp befreit, gereinigt und neu markiert.
Allerlei gab es bei diesem Grenzgang zu entdecken. Ein einmaliges Farbenspiel begleitete den Wandertag, saftiges, frisches Grün der austreibenden Laubbäume, Obstbäume im weißen Blütenschaum und Rapsfelder im leuchtenden Gelb mit Bienensummen. Ein besonderes Naturerlebnis konnten die Kinder bei einem Kampf zwischen einem Greifvogel und einem Raben beobachten, der sein Nest verteidigte. Nach zahlreichen Attacken gab der Angreifer auf und der Rabe blieb Sieger.
Als schließlich der Nudelbach auf einer Bohle überquert wurde, war das Ziel in Hausen schon ganz nah. Dort hatte die Jagdgenossenschaft Hausen, Kleinbrach, Winkels  eine leckere Brotzeit bereitgestellt, die von den Schülern mit großem Appetit verzehrt wurde.
Rektor Klaus Lotter bedankte sich bei dem Initiator des Wandertages Herrn Otto Funck, den Feldgeschworenen für die fürsorgliche Betreuung, bei Herrn Wolfgang Lutz für die Bewirtung. Mit dem Gang entlang der Gemarkungsgrenzen ist das Wissen der Grundschulkinder um den Heimatort sehr anschaulich erweitert worden. So einen Unterrichtstag können wir öfter machen, war die einhellige Meinung aller Beteiligten.