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Originale Begegnung

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Einblick in die Welt der Ameisen

Eine besondere Biologiestunde erlebten die vier 3. Klassen der Sinnberg-Grundschule. So konnte Schulleiter Karl-Heinz Deublein Dr. Oliver Geisler, Verhaltensbiologe und Ameisenforscher vom Biozentrum der Universität Würzburg willkommen heißen.

Mit im Gepäck hatte er seine erstaunlichen Forschungsobjekte: Blattschneiderameisen aus Südamerika.

Fasziniert beobachteten die Drittklässler mit welcher Raffinesse die Insekten mit ihren Zangen Blattstückchen abschneiden und über eine lange Brücke in ihr Nest transportieren. „Bis zum 10-fachen des eigenen Gewichts kann eine Ameise tragen“, erklärte Dr. Geißler den Kindern. Blattschneiderameisen sind viel größer als die heimischen Ameisenarten und stehen auch nicht unter Naturschutz, so dass sie ausgezeichnete Beobachtungsobjekte für die Schüler waren.

 

 

Doch nicht nur die Ameisen, auch ihre Nester sind viel größer als die der einheimischen Arten. Ihre südamerikanischen Verwandten bauen riesige Nester, die durch ein Tunnelsystem verbunden sind und sogar aus dem Flugzeug zu sehen sind. „Drei bis vier Schulklassen haben in einem Nest der Blattschneiderameisen gemütlich Platz“, berichtete der Forscher und zeigte Bilder von seinen Forschungsreisen.

Die Kinder begegneten den Krabbeltieren ob ihrer erstaunlichen Größe zunächst mit gehörigem Respekt und vereinzelt durchaus mit Abneigung, doch der abwechslungsreiche Vortrag fesselte so sehr, dass die erste Scheu bald vergessen war. Behände wurden einzelne Ameisen, die voller Entdeckerdrang ihre Ameisenstraße auf der Brücke verließen und sich die Schule ansehen wollten, von den Kindern mit speziellen Pinzetten wieder in ihre kleine Welt zurückgesetzt. Nur auf die Hand nehmen wollten die Schüler die Tiere dann doch nicht, denn gerade die großen Exemplare, die „Soldaten“, zwicken mit ihren Zangen ganz ordentlich zu und verspritzen Ameisensäure aus der Giftdrüse am Hinterleib. „Das ist recht schmerzhaft, aber sehr effizient!“, weiß der Experte aus Erfahrung. Denn selbst diese Verteidigungsmethode haben die schlauen Tiere optimiert, wie Dr. Geißler eindrucksvoll auf seiner Hand demonstrierte. Zunächst zwickt das Tier fest zu, um dann genau auf diese verletzte Stelle der Hand ihre Ameisensäure zu verspritzen!

 

Schnell kamen die Kinder dem Rätsel auf die Spur, warum sich die Ameisen überhaupt die Mühe machen, die Blätter die lange Strecke ins Nest zu transportieren. Schließlich wäre es ja viel praktischer an Ort und Stelle zu fressen! Doch das können sie nicht, denn die Brombeerblätter sind als Nahrung ungeeignet, sondern werden nur als Substrat für ihre Pilzgärten verwendet. Die Ameisen schneiden die Blätter im Nest sehr klein und züchten darauf einen Schimmelpilz. Dieser Pilzrasen ist die eigentliche Nahrung der Tiere. Er ist von Röhren und Tunneln durchzogen und sieht fast wie ein Badeschwamm aus. Die Faszination der Kinder wuchs noch mehr, als sie erkannten, dass selbst solch kleine Insekten reinliche Gesellen sind und neben ihren Pilzkammern auch eine Müllkammer unterhalten. Dort wird der gesamte Unrat aus dem Nest gesammelt.

 

 

Blattschneiderameisen sind viel größer als die bekannten einheimischen Ameisen und zeigen ziemliche Größenunterschiede innerhalb eines Nestes. Daran kann man leicht die Aufgaben der Arbeiterinnen erkennen. Die mit Abstand größte Ameise ist die Königin, doch die zeigte sich nicht und ging tief im Nest verborgen ihrer Aufgabe nach: dem Eierlegen. Die kleinsten Tiere betätigen sich im Stock als sog. „Ammen“ und sind für die Brutpflege zuständig, so Dr. Geißler. Die mittelgroßen Exemplare sind die Nestpfleger und Sammler. Die großen Arbeiterinnen werden auch Soldaten genannt und kümmern sich als Nestwächter um die Verteidigung.

Waren die Jungen der Klasse zunächst sehr angetan von dem Gedanken, dass im Ameisenstaat nur die Weibchen arbeiten, verstummten sie doch schnell, als sie vom Experten erfuhren, dass die Männchen, die sog. Drohnen zwar wunderbar umsorgt werden, dafür aber nur ganz kurz leben. Einen Hochzeitsflug mit der Königin, und  ihre Daseinsberechtigung ist erfüllt, sie sterben!

 

Dr. Geißler hatte jedoch auch andere, nektartrinkende Ameisen dabei. Mit einer speziellen Kamera konnte man live auf einem Bildschirm beobachten, wie eine Ameise einen Tropfen Zuckerlösung trinkt. Problemlos erkannten die Kinder, dass der Magen bei der Ameise am Hinterleib liegt, denn dieser schwillt sofort an, sobald die Ameise trinkt. Vollgesaugt transportiert sie ihren Schatz nach Hause und gibt den Nektar an die anderen Arbeiterinnen ab.

 

 

                     

 

Dass viele Ameisen durchaus Schaden anrichten können, auch wenn sie nur so klein sind, wurde schnell klar, als die Kinder sahen, dass von dem Strauß Brombeerblätter der Blattschneiderameisen am Ende der Unterrichtsstunde nichts mehr übrig war. Für das Institut muss Herr Geißler daher mehrmals in der Woche tief in den Wald spazieren und Brombeerblätter für seine Schützlinge pflücken, denn der Verbrauch ist enorm.

 

Ein Kind wollte wissen, ob es einer Ameise weh tut, wenn man auf sie drauf tritt, oder sie sich den Fuß einklemmt. „Man ist sich noch nicht ganz sicher“, war die Antwort des Experten, „doch alles deutet darauf hin, dass Ameisen Schmerz empfinden können. Daher sollte man auch Käfer oder Spinnen, die man nicht in der Wohnung haben möchte lebend nach draußen transportieren und nicht töten. Jedes Tier hat seine Berechtigung und sollte ungestört leben dürfen.“

In wenigen Wochen wird Dr. Geißler sich wieder aufmachen nach Südamerika um dort für mehrere Monate weiter am Verhalten der erstaunlichen Tiere zu forschen. Besonders die Kommunikationstechniken und die effektive Organisation der Blattschneiderameisen sollen diesmal untersucht werden. Bestimmt wird er mit vielen neuen erstaunlichen Erkenntnissen zurückkommen und berichten!

 

 

 

 

 

 

 

Immer wieder kommt es in unserer Schule zur besonderen Begegnung mit der Tierwelt!

 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 

 

Wenn ein Elefant zur Schule geht ...

 
Große Spannung herrschte bei den Schülern der Sinnberg-Grundschule, als Rektor Karl-Heinz Deublein
eine Naturkundestunde der besonderen Art ankündigte. Alle Schüler versammelten sich im Atrium
vor dem Haupteingang – und dann kam er:
Benjamin Blümchen, Elefant aus dem Zirkus Jambo-Afrika.
 
Ehrfürchtig schauten die Schüler und Schülerinnen zu - nachdem sich die erste Aufregung gelegt hatte - 
wie Benjamin sich an den Blättern eines Baumes gütlich tat und mit seinem Rüssel Wasser trank
 
Die Idee zum Besuch hatte die Lehrerin der Klasse 1a, Frau Reineke, als am Mittwoch ein Zirkuskind
bei ihr zum Unterricht angemeldet wurde. Angelo bot gleich geschäftstüchtig an „morgen bringe ich
ein Zebra mit und am Freitag einen Elefanten ...“
Der Elefant kam in Begleitung der Eltern des Zirkusjungen zur Schule. Während des Besuches gab
der Tierpfleger viele Informationen über afrikanische Elefanten und die Schüler nutzten die Gelegenheit,
selbst wissbegierig viele Fragen zu stellen. Nach einem Klassenfoto mit Benjamin verabschiedete sich
die kleine Gruppe und Benjamin trottete sehr folgsam wieder zurück in den Zirkus.